Chronik

Wie alles begann…

Schon lange bevor die Idee entstand in Biesenrode einen Fußballverein zu gründen, waren Bürger aus unserem Ort in anderen Vereinen aktiv tätig. Viele von ihnen spielten Fußball, in der Volksportmannschaft „Grüne Tanne Vatterode“. Ende der Fünfziger und Anfang der Sechziger Jahre stand der gesamte Volkssport unter Leitung von Heinz Zörner. Wie es der Zufall wollte, war Heinz Zörner Arbeitskollege dreier Biesenröder. Auf gutes Zureden von Zörner, beschlossn Erwin Probst, Henni Höhn und Rolf Gödicke, die Idee auch in Biesenrode eine Fußballmannschaft zu gründen, wirklich zu machen. Gesagt getan, 1961/62 wurde dann die Volkssportmannschaft Biesenrode ins Leben gerufen, mit der aktiv an den Spielen um den Paul-Herrman-Pokal teilgenommen wurde. Kurz darauf, benannte man die Volkssportmannschaft Biesenrode in SG Biesenrode um. Der erste Schritt war nun also getan. Aber zu einer Fußballmannschaft gehören nicht nur 11 Spieler, sondern auch ein Fußballplatz und eine einheitliche Spielkleidung. Einen eigenen Fußballplatz hatte man damals noch nicht, und so wich man bei den Heimspielen auf die Anlagen von Vatterode, Walbeck und Großörner aus. Für Trikots war allerdings kein Geld da und einen Sponsor gab es auch nicht. Von den Sportfreunden aus Vatterode borgten sich dann die Biesenröder Kicker vorerst einen Satz Dresse. Die Gemeinde plante zu dieser Zeit allerdings den Bau der Leichenhalle auf dem Biesenröder Friedhof. Im Mai 1963 wurden die Fußballer deshalb aufgerufen, beim Ausschachten des Fundamentes mitzuhelfen. Belohnt wurde dies mit 5,- Mark pro Stunde. Das Geld was sich die Spieler dabei verdienten, sammelte man und kaufte davon die ersten Fußballdresse in den Farben Rot-Schwarz. Ein weiteres Problem bestand darin, rechtzeitig zu den Spielorten zu gelangen. Anders als heute, hatte kaum jemand ein eigenes Auto, und somit war das Motorrad das wichtigste Transportmittel. Einige Sportfreunde mussten auch mehrmals fahren, so dass man pünktlich zum Anstoß auch vollzählig auflaufen konnte. Später wurden die Fahrten mit Bussen des Kraftverkehrs und dem Busfahrer Erich Breitschuh organisiert und durchgeführt.

Gründung der SG Biesenrode

Biesenrode spielte nun schon einige Jahre aktiv im Volkssport mit, ohne jedoch ein eingetragener Verein zu sein. 1963 beschloß man dann den Verein SG Biesenrode zu gründen. Am 19.Januar 1964 war es dann endlich soweit und die SG wurde als Verein eingetragen. Unter den 27 Gründungsmitgliedern waren z.B. Henni Höhn, Erich Schütte, Erwin Probst, Arthur Hensel, Rudi Marquard, Joachim Hufenhäuser, Udo Rath und Wolfgang Seidel. Erster Vorsitzender des noch jungen Vereins wurde Hans Busse, der auch gleichzeitig noch Kassenwart war. Verantwortlicher für die Sektion war Arthur Hensel. Da man nun als Sportgemeinschaft auch die Gemeinde repräsentierte, sahen es die Spieler auch für notwendig an, einen Fußballplatz im eigenen Ort zu haben. Nach langem Hin und Her setzten sich die Sportler mit ihrem Wunsch bei der Gemeindevertretung durch. Es wurde festgelegt, dass der Sportplatz am Ortsausgang, Richtung Vatterode, entstehen sollte, da also, wo er sich auch heute noch befindet. 1964/65 war die erste Saison der SG Biesenrode, wo man am Spielbetrieb der 2. Kreisklasse teilnahm. Die Jugend hatte sich verpflichtet den Sportplatz im NAW [2], noch vor Begin der Punktspiele fertig zustellen. Der Platz wurde von den Sportlern selbst abgemessen und abgekreidet. Aus der Gemeinde holte man sich einige Holzstämme, die man sich auf der Kreissäge zurechtschnitt. Aus den entstandenen Balken, zimmerte man sich die ersten Tore zusammen. Der Sportplatz, der damals noch kleinere Ausmaße als heute annahm, konnte dann aber wie geplant, rechtzeitig zu den Spielen, und gleichzeitig am Vortage der Republik eingeweiht werden. Allerdings gab es noch keine richtige Umkleidemöglichkeit. Die Familie Pfeiffer stellte dazu ihren überdachten Holzvorstand zur Verfügung. Die Gegner zogen sich meistens in dem Bus um, mit dem sie angereist waren, oder erschienen sogar schon in voller Montur in Biesenrode. Eine Waschgelegenheit gab es damals nicht. Dieser Zustand währte aber glücklicherweise nicht lange. Man erhielt von der Gemeinde die Erlaubnis, ein Gebäude der alten Schule zu nutzen und sich etwas herzurichten. Größtes Problem war Bereitstellung von Wasser. Das Wasser aus dem Brunnen an der Schule reichte aber nicht mehr aus und so mussten die Spieler das „kühle Nass“ aus dem Kuhstall von Pfeiffers holen. Später dann verlegte Günther Bräutigam eine Wasserleitung, so dass es auch fließend Wasser gab.

Sportliches

In der Saison 1965/66 verpasste man nur knapp den Aufstieg. Drei Jahre später allerdings sollte es dann soweit sein. Mit fünf Punkten Vorsprung vor Traktor Stangerode wurde man Staffelsieger der 2.Kreisklasse und stieg in die 1.Kreisklasse auf. Das Spiel Freist-Biesenrode wurde sogar mit 0:12 gewonnen. Am 11.01.1970 stand der schwerste Gegner, Pansfelde, auf dem Programm. Ein voll besetzter Bus mit treuen Fans, darunter A.Ulrich und W.Uhlstein, reiste extra an um die SG zu unterstützen und den Sieg am Ende des Spiels zu feiern. Der Aufstieg stand aber endgültig erst mit dem Sieg am 12.04.1970 in Walbeck fest. 1970 war nicht nur das Jahr des Aufstieges, sondern auch das Jahr wo der Fußball in Vatterode seine Segel streichen musste. Einige der Spieler wechselten nach Biesenrode und trugen zur Verstärkung der Mannschaft bei. Es entstand ein gutes Kollektiv, in dem Kameradschaft untereinander groß geschrieben wurde. Insgesamt existierten im Fußball 4 Mannschaften, darunter eine Schüler- und Knabenmannschaft.

Gründung der 2. Mannschaft

Für die Spiele in der 1. Kreisklasse war es nun nötig, eine Reservemannschaft zu haben. Deshalb gründete man eine 2. Männermannschaft. Zu dieser zählten im Spieljahr 1970/71 unter anderem St.Ankert, J.Matheuer, R. Marquard und F.Dieckmeier.

Der Auftakt in der ersten Kreisklasse brachte eine faustdicke Überraschung. Die SG war die Sensation des Tages, als sie am 30.08.1970 in Mansfeld eine großartige Partie gegen den Bezirksklasse-Absteiger geliefert hatte. Das erste Tor in der 1.Kreisklasse für Biesenrode schoss Werner Agte. Bei dem 1:3 Sieg trafen ebenfalls Georg Lies und Eckhard Pfeiffer. Die 2.Mannschaft verlor ihr erstes Spiel mit 4:0. Am 20.09.1970 fand in Biesenrode das Spiel gegen Spitzenreiter Gerbstedt statt. Bis dahin ohne Niederlage bot Biesenrode, auch unterstützt durch die große Zuschauerzahl, eine starke Partie und erkämpfte sich ein Unentschieden. Der nächste Gegner hieß Einheit Großörner und als man dort auch ein 2:2 erreichte, stellte sich die Frage: Wer schlägt die SG Biesenrode? Dies sollte schneller geschehen, als man geglaubt hatte. Im neunten Spiel gegen Traktor Harkerode ging man 4:1 unter und es sollte nicht die einzige Niederlage bleiben. So musste man z.B. bei Traktor Zabenstedt und Empor Mansfeld die Punkte abtreten, was bedeutete auf der Tabellenleiter kontinuierlich nach unten zu rutschen. Im Spiel gegen Einheit Großörner konnte wieder ein Punkt erkämpft werden, bevor man sich mit einem klaren 4:0 Sieg gegen Zabenstedt den Klassenerhalt sicherte.

Gründung der Sektion Gymnastik

Die Wochenenden galten nun einzig und allein dem Fußball, und die Männer waren ständig unterwegs. Die Frauen waren es natürlich leid, immer alleine zu sein. Aus diesem Grunde wurde im November 1969 in Biesenrode eine Gymnastikgruppe gegründet, die zum 01.01.1970 in die SG Biesenrode aufgenommen wurde. Die Frauengymnastikgruppe zählte dabei 20 Teilnehmer und die Schülergymnastikgruppe 15 Teilnehmer mit je einem Übungsleiter. So waren zu dieser Zeit ca. 100 Bürger aktiv in der SG tätig. Die erste Übungsleiterin war H.Weidling. Danach folgten Doris Peters, Petra Diekmeier, Christine Seidel und Angela Gödicke. Zur Zeit übt Ines Weidling diese Funktion aus. Die Trainingsstunden führte man zuerst in der ehemaligen Schule in Biesenrode und danach im Pfarrhaus durch. Heute findet das Training in der Sporthalle Vatterode statt. Die Gymnastikgruppe führt außerdem auch Radtouren, Waldwanderungen, Ausflüge und Kegelabende durch. Um den Sport attraktiver zu gestalten, sollten außerdem eine Volleyballgruppe und eine Kegelsparte entstehen.

Sportplatzvergrößerung

Der 1964 angelegte Sportplatz reichte schon neun Jahre später nicht mehr aus, um die geforderten Größennormen zu erfüllen. Die LPG, der das Gelände rund um den Sportplatz gehörte, zeigte sich sehr kooperativ und trat einen Teil seiner Fläche der SG Biesenrode ab. Große Hilfe beim Anlegen des neuen Sportplatzes leisteten unter anderem Herbert Wiegand und Klaus Dübner. Sie übernahmen die Aufgabe das Gelände mit ihren Pferden umzupflügen und zu glätten. Außerdem säten sie auch noch per Hand den Rasen aus und legten den Grundstein für das Weiterbestehen des Fußballs in Biesenrode. Horst Diekmeier besorgte dann einige starke Eisenrohre und schweißte zwei neue Tore zusammen. Nachdem das geschafft war sollte nun auch noch ein Geländer für den Sportplatz her. Im Mansfelder Möbelwerk wurde zu dieser Zeit eine neue Heizung eingebaut, und viele Rohre und Leitungen wurden nicht mehr genutzt. Also fragte man, ob man sich nicht ein paar Rohre ausbauen könne. Mit einer Eisenbandsäge, aus dem Walzwerk in Hettstedt, wurden die Rohre mühsam herausgeschnitten, nach Biesenrode transportiert und dort auf dem „Anger“ zusammengeschweißt. In Eigeninitiative nutzte man oft die Zeit vor oder nach dem Training für Arbeitseinsätze, um z.B. das Geländer anzubauen. Auch heute noch steht die aus Heizungsrohren bestehende Spielfeldbegrenzung fest im Boden. Da zu dieser Zeit kein Spielbetrieb in Biesenrode möglich war, wich man auf den Fußballplatz in Vatterode aus. Jetzt, nachdem der Sportplatz erneuert wurde, war der Bau eines Sportlerheimes ein großes Anliegen aller Sportfreunde, denn es gab immer mehr Mannschaften, die auch immer mehr Platz brauchten. Außerdem wollte man sich endlich ein niveauvolles „Heim“ schaffen.

Bau des Sportlerheims 1974-1977

Mit dem Bau des Sportlerheimes kam eine Vielzahl von Problemen auf die SG zu, die angefangen von der Baugenehmigung bis hin zur praktischen Umsetzung reichten. Hier nun Teil 1 der Episode „Sportlerheim“. Im März 1974 wurde beim Rat des Kreises Hettstedt, der Bau eines Sportlerheimes mit Kegelbahn beantragt und es sollte auch noch im selben Jahr mit dem Bau begonnen werden. Allerdings erst im Mai 1975 wurde die Schachterlaubnis beim VEB Energiekombinat Halle, Gasversorgung Hettstedt für den Baubeginn eingeholt. Im August erhielt der Elektro-Meister Horst Becker aus Sandersleben den Auftrag zum Verlegen von 500 Metern Erdkabel. Als 1977 der Rohbau fertig war, zogen die Fußballer aufgrund besserer Bedingungen zwar ein, jedoch man mussten die weiteren Arbeiten eingestellt werden, da die Mittel für den Weiterbau gestrichen wurden. Folglich wurde der Baustopp ausgesprochen. Nur die Türen und Fenster wurden noch eingesetzt um die Sicherheit des Gebäudes herzustellen. Der Bau der Kegelbahn wurde ebenso abgelehnt, wie der Antrag auf eine Aufstockung zum Bau einer Hausmeisterwohnung und einer zweiten Wohneinheit.

Bau des Sportlerheims 1981-1982

Nach einigen Jahren ohne Aktivität verpflichteten sich 1981 die Sportler der Gemeinde, nach Bereitstellung der notwendigen Mittel bei der Weiterführung des Sportlerheimes einen hohen Anteil an unbezahlter freiwilliger Arbeit zu leisten. Im Juli 1981 wurde der SG Biesenrode die Auszeichnung „Ehrenplakette des Präsidiums des DTSB der DDR für verdienstvolle Arbeit auf dem Gebiet von Körperkultur und Sport“ verliehen. In Anbetracht dieser Tatsache stellte die Gemeinde der SG 1900 Mark als Prämie zur Erweiterung der Sportanlage zur Verfügung. 1982 plante man mit der Gemeinde und der LPG (P) Mansfeld eine Rekonstruktion und Instandhaltung der Kegelbahn. Auch diese Arbeiten sollten in Eigeninitiative vorgenommen werden. Das nötige Material wurde aus dem Abriss der Feldscheune der LPG gewonnen. Die LPG unterstützte die SG bei der Installation der Heizung, der Elektroanlagen sowie bei Tischler und Zimmerarbeiten. Als Kegelbahn sollte Volkssportkegelbahn eingebaut werden. Termin sollte 31.12.82 sein, mit einem Kostenumfang von ca. 31 TM. Weiter als zur Planung ist es allerdings im Staat DDR nicht mehr gekommen. 1989 kam dann die Wende und alles wurde anders…

Baufortsetzung in einer „neuen“ Zeit

Teil 2 des Bauvorhabens „Sportlerheim“

Erst nach dem im Februar 1991 von der Gemeinde ein öffentliches Ausschreiben zur Durchführung von Außenputzarbeiten herausgegeben wurde, tat sich wieder was am Sportlerheim. Die Firma Quenstedter Landbau GmbH erhielt den Zuschlag für diese Arbeiten, mit denen am 29.07. begonnen wurde. Neben der neuen Außenverkleidung unseres Sportlerheimes kam noch ein neues Dach dazu. Hintergrund war das sportlich erfolgreiche Abschneiden unserer 1. Mannschaft, die in der 1.Kreisklasse Staffelsieger wurde. Klaus Hegendorf, Teilhaber der damaligen Dachdeckerfirma „Rybka“, versprach ein neues Dach, wenn man Kreismeister werden würde. Nachdem der sportliche Teil des Versprechen eingelöst war, hielt auch Hegendorf seinen Teil ein. Die Gemeinde trug die Materialkosten und die Firma Meyer aus Saurasen sponserte für das Sportlerheim die Gardinen.

Gründung der Sektion Kegeln

Am Samstag den 11.März 1995 wurde der ein viertel jahrhundert alte Traum der Biesenröder Wirklichkeit. Der Landrat Hans-Peter Sommer und der Biesenröder Bürgermeister Volkmar Bürger schoben gemeinsam die erste Kugel über den grünen Bahnbelag der neueun Kegelbahn. Nirgendwo sonst im Mansfelder Land haben wohl die Einwohner einer Gemeinde so lange auf die Einweihung einer Kegelbahn warten müssen, wie hier in Biesenrode. Installiert wurde die, ausschließlich aus Fördermitteln des Kreissportbundes errichtete, Kegelbahn von der Firma Laschke aus Hettstedt. Nachdem nun eine, den Wettkampfbedingungen entsprechende, Kegelbahn zur Verfügung stand dauerte es auch nicht lange, bis sich Kegelbegeisterte Biesenröder fanden die diesen Sport gern aktiv betreiben wollten. So wurde dann am 01.04.1995 die Sektion Kegeln in die SG eingegliedert. Allen voran ist hier der Einsatz von Günther Rothmann zu erwähnen. Er gilt auch als Begründer der 3. Sektion der SG Biesenrode. 1999 übernahm Karl-Heinz Brauer die Tätigkeit als Sektionsleiter. Unter seiner Führung entstand ein reger Zulauf an Kegelfreunden, so dass die SG Biesenrode nunmehr mit 2 Männermannschaften am aktiven Spielbetrieb teilnimmt, sowie im Breitensport mit je einer Frauen und Männermannschaft die Kegel regelmäßig ins Fallen bringt. Da die Kegelmannschaft der Frauen im Breitensport nach zahlreichen Titeln Hunger auf neue Herausforderungen hatte, gibt es seit 2002 eine Frauenmannschaft die in der Bezirksklasse spielt. In der 1. Saison belegte das Quartett um Arita Sawatzki einen guten 4. Platz.

Gründung der Sektion Boxen

Fünf Jahre und sieben Monate nach der Gründung der Sektion Kegeln, war es wieder einmal soweit eine weitere Sportart im Verein unterzubringen. Unter Federführung von David Hoppstock gründete man am 13.10.2000 die Abteilung Boxen, mit ca. 20 Mitgliedern, von denen 17 inklusive 2 Trainer, aktiv ins Sportgeschehen eingreifen. Schon im ersten Jahr des Bestehens erreichte man bei den Landesmeisterschaften Sachsen-Anhalt 2001 gute Ergebnisse. So reichte es am Ende für drei 3.Plätzen, einem 2.Platz und sogar einem 1.Platz.